Pula und seine Geschichte

Die Region um Pula kann auf eine rund 7.000 jährige Geschichte zurückblicken. Die Stadt selbst wurde um 1.000 vor Christus von den illyrischen Bewohnern Istriens gegründet. Wie so oft ranken sich Legenden um die Entstehung der Stadt. Jason und die Argonauten spielen da eine Rolle, das geraubte goldene Vlies, und Flüchtlinge, die es zurück holen wollten und dabei den Anführer verloren. Sie gründeten Pula, die „Flüchtlingsstadt“.
Die günstige geografische Lage an der Südspitze Istriens, die natürlichen Hafenbecken entlang der Küste und eine gesegnete Landschaft, in der Wein und Olivenöl besonders gut gedeihen, wurde der Stadt zum Schicksal.


  Die günstige geografische Lage wurde der Stadt zum Schicksal.



Sie war nacheinander römischer Militärstützpunkt, wurde von den Ostgoten erobert, kam unter die Gewalt von Byzanz, unter fränkische Herrschaft, unter die von Venedig, wurde von den Genuesern im ausgehenden Mittelalter zerstört, ausgeraubt. Da hatte Pula dann nur noch 300 Einwohner. Doch immer wieder ging es um den Hafen. Venedig hat ihn wieder ausgebaut, danach Österreich. Die Stadt erlebt einen Boom, als Kaiser Franz Joseph I. Pula zum größten österreichischen Hauptkriegshafen machte. Schön ist es nicht, was die Österreicher da hingebaut haben mit Werft, Marinekaserne, Maschinenschule, Marinehospital usw. Aber in rund 30 Jahren explodierte die Stadtbevölkerung von nur 900 auf über 25.000 Bewohner. Was gebaut wurde, prägt auch heute noch entscheidend das Stadtbild.

Im Büchlein für Touristen „Pula, Geschichte, Kultur, künstlerisches Erbe“ heißt es: „ Was Pula zu einem besonders interessanten Reiseziel macht und der Stadt eine besondere Prägung verleiht, sind vor allem seine wertvollen Bau- und Kunstdenkmäler aus Antike und Mittelalter“. Alles zwischen der Zeit der Römer und heute prägt zwar die Stadt, kann aber nicht als interessantes Reiseziel gewertet werden. Weil die neuen touristischen Einrichtungen Yachthafen und Feriensiedlungen für mich nicht interessant sind, besonders in dieser Jahreszeit, bleiben eigentlich nur die alten römischen Bauwerke zu besichtigen. Aber wirklich interessant in einer Stadt sind für mich die Menschen. Da ich nicht kroatisch spreche, habe ich jedoch Probleme, wirklich in Kontakt zu kommen. Trotzdem ist es das, was mich interessiert.

Hat der Hafen, hier als Computer-Aquarell, hat der Motor der Entwicklung eine Zukunft? Momentan sieht es nicht danach aus. Der Hafen wirkt verschlafen und fast rührend – nicht idyllisch – wenn man ihn mit richtig lebendigen Häfen vergleicht, etwa mit dem Hamburger Hafen oder Rotterdam. Trotzdem kann ich mir eine Entwicklung vorstellen. Das Zauberwort heißt vielleicht TEN (Trans-European Networks). Mit diesem Schwerpunktprogramm will die EU mit hoch subventionierten Projekten eine bessere Vernetzung im Binnenmarkt erreichen. Die Gütertrasse Rotterdamm -Genua durch die Alpen ist im Ausbau. Aber Gütertransport über die Alpen ist teuer. Eine zweite Strecke, welche die Alpen östlich umgeht, ist deshalb derzeit in der Diskussion. Sie beginnt in einem griechischen Hafen. Aber von Pula aus über Zagreb und Wien wäre die Strecke nur halb so lang. Bau- und Transportkosten würden drastisch sinken. So etwas ist jederzeit denkbar. Die Gechichte dieser Stadt ist also wohl noch nicht zu Ende.

Panorama Hafen
Österreichische Admiraliät am Hafen
Das Meer

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